E1 holt Turniersieg beim SCVM

Am Ende der Hallensaison jagt ein Höhepunkt den nächsten. Nach dem großen Meisterschaftfinale stehen jetzt noch einige prestigeträchtige Turniere an, bevor der Ball nach den Frühjahrsferien wieder im Freien rollt. Am Samstag machte sich der SCALA-Tross auf die malerische Fahrt in die Vier- und Marschlande, wo der frisch gebackene Hallenpokalsieger in Fünfhausen zum Tanz ums runde Leder gebeten hatte. Der alte und neue E1-Trainer Karsten hatte die 2007er aus dem Kader bereits in der vorherigen Saison erfolgreich geführt und nun die Gelegenheit, sich auch seine jüngeren Spielerinnen unter Wettkampfbedingungen genauer anzusehen.

Im ersten Spiel ging es gegen eine Auswahl der starken Gastgeberinnen, die ihren E-Kader eigens für diese Veranstaltung auf zwei Teams verteilt hatten. Team Rot war gleich eine erste Standortbestimmung – und die verlief noch einigermaßen durchwachsen: SCALA geriet in Rückstand und rannte wütend auf den Ausgleich an. Jojo zog aus kurzer Distanz ab und traf die Torhüterin so unglücklich an der Stirn, dass diese sich kurz auf der Bank besinnen musste. Deren Handschuhe zog sich die bis dahin beste Feldspielerin der Marschländerinnen an – und das zerstörte die Ordnung in der bis dahin sehr sicheren Defensive. So sprang am Ende doch noch ein 2:1-Auftaktsieg für Himmelblau heraus, wenn auch mit einem etwas schalen Nachgeschmack.

Das Turnier in der Elbmarsch war hervorragend organisiert, aber unvermeidlich bei einer Veranstaltung dieser Größe ist ein gewisser Leerlauf zwischen den Partien, da jedes Team nur einmal in der Stunde aufs Parkett durfte. Die Zeit bis zum zweiten Auftritt der SCALA-Mädchen ließ sich mit Herumtollen, Verseschmieden („Spielt ihr auch Fußball in Fünfhausen? Ja, da gibt es nur noch Pausen.“) oder Wettbewerbsbeobachtung vertreiben. Schließlich begann das in der Hallenrunde so oft neuralgische zweite Spiel, das prompt wieder etwas bolzig geriet. Die Bälle wurden viel zu oft überhastet nach vorne geschlagen und so ergab sich kein rechter Spielfluss. Dennoch reichte es gegen Lohbrügge zu einem ungefährdeten 2:0-Sieg.

Karsten hatte offensichtlich den Werdegang der deutschen Eishockey-Mannschaft bei Olympia verfolgt. Jedenfalls führte er das Stilelement des Blockwechsels ein. Mit Erfolg: Im letzten Gruppenspiel spielte der erste Block Rahlstedt schwindelig und hatte nach weniger als vier Minuten einen 4:0-Vorsprung herausgeschossen – und das gegen die überragende Torfrau des Turniers. Die bekam bis zum Abpfiff noch mehrmals Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren, weshalb es am Ende „nur“ 5:0 stand.

Im Halbfinale wartete mit Team Blau des Gastgebers ein dicker Brocken, der sich tapfer wehrte und den frühen Rückstand durch eine sehenswerte Ballstaffette konterte, die prompt zum Ausgleich führte. Es blieb ein enges Spiel, in dem SCALA aber durch eine beherzte Einzelaktion von Jojo die Oberhand behielt.

Im Finale schloss sich der Kreis, denn dort wartete mit Team Rot erneut der Gegner aus dem Auftaktspiel. Die Gastgeberinnen hatten im anderen Halbfinale gegen Bergedorf 85 erst mit der Schlusssirene den Siegtreffer erzielt und damit dazu beigetragen, dass keines der insgesamt acht K.O.- und Platzierungsspiele im Siebenmeterschießen entschieden werden musste. Da bildete das Endspiel keine Ausnahme – im Gegenteil: Die SCALA-Mädchen waren so richtig ins Laufen gekommen und demonstrierten meisterhaften Mädchenfußball. Nach einem dominanten Auftritt war der Ball viermal im gegenerischen Netz gelandet, hinten stand die Null. Außer dem verdienten Siegerapplaus bekamen Karsten Mädels einen großen Pokal überreicht, der sich gut in einer Vitrine im Vereinsheim machen wird. Doch vorher darf ihn jede Spielerin einmal mit ins Bett nehmen.