D1/D2 gefordert gegen Jungs

Turniere außerhalb Hamburgs gegen Fußballer des anderen Geschlechts sind immer wieder eine besondere Herausforderung – zum einen spielt man nicht immer gegen „alte Bekannte“, zum anderen unterscheidet sich die Spielart oft in Schnelligkeit, Zweikampfstärke oder auch Technik, so dass ein Turnier gegen Jungs immer kurzweilige Unterhaltung verspricht.

An diesem Samstag hatte sich ein Mixed-Team aus D1 und D2 – krankheitsbedingt etwas dezimiert – auf den Weg nach Lübeck gemacht, um sich beim Wintercup des SC Buntekuh mit weiteren Teams aus der Lübecker Umgebung zu messen: Torfrau Judith sowie die Feldspielerinnen Diba, Lahja, Lina, Luisa, Narine, Rebecca und Sara wollten also die Lübecker Hallenluft aufwirbeln.

Das Turnier fing am frühen Nachmittag an und zog sich bis in den Abend hinein, denn insgesamt zehn Teams gingen an den Start. Die Scala-Mädchen allerdings wirkten, als wären sie gerade erst aus ihren Betten gekrochen – der Beginn geriet wahrlich vorsichtig, und so fingen sie ziemlich schnell zwei unnötige Gegentore; der Anschlusstreffer kam dann auch zu spät, der Endstand gegen Buntekuh rot mit 1:2 sorgte für eine frühe Ernüchterung.

Gegen den Eichholzer SV begannen die Mädchen druckvoller, hatten sie doch schnell gemerkt, dass in diesem Turnier spiel- und dribbelstarke Gegner auf dem Platz standen, die zudem keinen Körperkontakt scheuten, so dass die Mädchen bestimmt den einen oder anderen blauen Fleck mit nach Hause nehmen dürften. Scala konnte in diesem Spiel mit 1:0 in Führung gehen, doch ein Sonntagsschuss sorgte für den Ausgleich und durch eine Unaufmerksamkeit fiel Sekunden vor dem Schlusspfiff sogar noch das 1:2.

Mit diesem Turnierstart gab es gleich lange Gesichter; trotzdem die Mädchen spielerisch in weiten Teilen gut mithalten konnten, sprang zunächst nichts Zählbares heraus. Dass die Gegner durch die Bank weg auf hohem Niveau spielten und die Endstände durchaus knapp ausfielen, konnte die Mädels nicht wirklich aufmuntern. Diskutiert wurde zudem der ungewohnte Ball – statt mit einem Futsal- wurde mit einem Ball normaler Größe gespielt, der das Spiel zumindest für die Hamburger Mädchen relativ unberechenbar machte.

Doch durchreichen lassen wollte sich Scala nicht, und im Spiel gegen den SV Viktoria Lübeck konnten die mitgereisten Fans sehen, dass Aufgeben keine Option ist: Trotz zwei früher Gegentore steckten die Mädchen nicht auf und ergatterten mit zwei Treffern, davon dem zweiten in der Schlussminute, den ersten Punkt: 2:2.

Auf der Tribüne wurde sofort eifrig gerechnet und diskutiert, welche Möglichkeiten sich bei welchen Ergebnissen ergeben würden. Zunächst musste also das eine oder andere Team aus Gruppe A angefeuert werden, bis dann feststand, dass ein Sieg im letzten Spiel der Gruppenphase sogar für Platz 3 in der Gruppe und damit zumindest zum Spiel um Platz 5 reichen würde. Das ließen sich die Mädels nicht zweimal sagen: Ziemlich schnell stand es gegen etwas überrumpelte Jungs vom SV Fortuna St. Jürgen 3:0 und da sich die Mädchen nun in jeden Zweikampf schmissen, kam der Gegner auch nur noch zu einem Anschlusstreffer.

Nach einer langen Pause durch die beiden Halbfinals sowie die Spiele um die Plätze 9 und 7 war es dann aber gegen Buntekuh schwarz schwer, die Konzentration weiter aufrecht zu halten. Die Mädchen versuchten nochmal alles, doch konnten sie – auch aufgrund zumindest einer sehr fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung – zwei Gegentore nicht verhindern und auf der anderen Seite fehlte dann auch mal das Quäntchen Glück: So ging das Spiel mit 0:2 verloren.

Die Scala-Mädchen belegten damit in einem stark besetzten Turnier von zehn Mannschaften den sechsten Platz, konnten also auch vier Jungs-Teams hinter sich lassen. Schön zu sehen war ebenfalls, dass das Team von Karsten und Nele Charakter bewiesen und sich durch den unglücklichen Beginn nicht die Laune verderben lassen hat, sondern sich durch Willen und Teamgeist eine gute Platzierung erarbeiten konnte.

Bereits am Sonntag geht es für beide Teams in der Hallenrunde weiter, bevor am 19.01. der LaRive-Cup in Henstedt-Ulzburg für die andere Hälfte des D1/D2-Mixed-Teams ansteht.