C1 startet mit Unentschieden in die Oberliga

„Eine Generalprobe findet häufig schon vor Publikum statt, allerdings ist Applaus am Ende verpönt, da dies Unglück für die Premiere bringe“. Hatten also die ob der langen Fussballpause aufgeregten Eltern, die den Testspielsieg gegen St. Paulis B1 nach Abpfiff ordentlich beklatscht hatten, damit ein schlechtes Omen für das erste Pflichtspiel von Scalas C1 in der Oberliga heraufbeschworen?

Schon die Vorzeichen standen für Coach Nele nicht unbedingt gut, musste sie doch erstens ohne Leon, der seinen zugegebenermaßen wohlverdienten Urlaub angetreten hatte, die Fahrt zur schönen Anlage von Altona 93 aufnehmen und zweitens eine einigermaßen schlagkräftige Truppe zusammenstellen, in der die Hälfte der Mädchen schon seit Tagen muskulär angeschlagen war.

So ließ Nele dann auch Romy, Lahja und Hanna zunächst auf der Bank; Torfrau Judith hatte zunächst die bewährte Abwehr mit Sara, Rebecca, Jojo und Riley vor sich. Und Altona legte von Beginn an los, den ersten Angriff konnte Judith aber sicher halten. Kurz darauf ging es aber eigentlich fast nur in eine Richtung; Diba und Lucie verteilten die Bälle, und vor allem Sophia gelangte mit Tempo außen immer wieder gefährlich in Richtung des gegnerischen Tores. Der Schiedsrichter achtete allerdings konsequent auf Abseits, so dass einige schnell Angriffe im gesamten Spielverlauf zurückgepfiffen wurde. Und auch die folgende Ecke von Scala wurde zur Ratlosigkeit der mitgereisten Anhängerschaft als ungültig erachtet. Nele hatte zu diesem frühen Zeitpunkt bereits verletzungsbedingt wechseln müssen, Romy musste für Jojo deren Platz auf dem Feld übernehmen. Und während sich noch alle über die verpasste nächste Scala-Chance ärgerten – Linas Schuss ging nur ans Außennetz -, zeigte sich die Abwehr ein wenig zu offen: Altonas schnelle Offensive nutze dies unbeirrt und ging mit 1:0 in Führung. Scala musste sich ob des doch ein wenig überraschenden Spielstands kurz schütteln, machte dann aber mit den eigenen Angriffen weiter – allein das Tor wollte nicht fallen: Finni traf das Außennetz, Linas langer Ball ging knapp drüber, Greta konnte nach einem langen Lauf den Ball nur in den Armen der Torfrau unterbringen. Altona stand tief und verlagerte sich aufs Kontern über ihre schnellen Außenspielerinnen, Scalas Abwehr stand aber ebenso sicher. Und der Chancenwucher nahm kein Ende; Gretas Pass auf Finni fand ebenso wieder seinen Platz in den Armen der starken Altonaer Torfrau, auch Lahja Schuss flog knapp über das Gehäuse und dann retteten auch noch Altonaer Spielerinnen ihre Führung auf der Linie. Es schien geradezu verhext – oder war es der Fluch der gelungenen Generalprobe?

So ging es also mit einem knappen 0:1-Rückstand in die Pause. Scala hatte deutlich mehr Spielanteil, ein Tor aber wollte nicht gelingen. Altona wiederum spielte äußerst defensiv und wurde über Konter gefährlich. Und auch in Halbzeit zwei zeigte sich ein ähnlicher Spielverlauf: Scalas Spiel war deutlich offensiver geprägt, doch entweder liefen sich die Mädchen in der gegnerischen Abwehr fest oder aber ließen die letzte Verantwortung im Abschluss vermissen. Zudem zeigten sich durch die offensive Ausrichtung immer wieder Lücken im Mittelfeld, die durch kräftezehrende Laufeinlagen unter anderem durch Mittelfeldmotor Lucie geschlossen werden mussten. Und auch das Problem der angeschlagenen Spielerinnen wurde nicht kleiner: Nele versuchte die Belastung durch Wechsel zu verteilen, doch vor allem, aber nicht nur bei schnellen Sprints war zu erkennen, dass knapp die Hälfte des Teams eher unrund lief. Jojo saß immer noch angeschlagen außerhalb des Feldes und handelte sich dort sogar mit einer eher harmlosen, aber scheinbar unbedachten Äußerung eine gelbe Karte ein. Sollte Scala also mit einer Niederlage in die Saison starten? Die Mädchen aber steckten nicht auf. Zunächst fehlte weiterhin der letzte Pass, doch dann kamen sie endlich einmal mit Druck hinter die letzte Kette: Während die Torfrau Gretas Schuss noch abprallen lassen konnte, war der Nachschuss von Finni dann endlich im Tor – 1:1!

Beide Mannschaften versuchten nun, noch den Siegtreffer zu erzielen. Gretas hohen Schuss lenkte die Torfrau aber knapp über die Latte, und auf der anderen Seite wurde Altona noch ein Freistoß zugesprochen – aber auch hier konnte Judith den Ball stark ins Aus lenken. Nochmals versuchte Scala, den Lucky Punch zu erzwingen, doch es sollte nicht sein: Der Schlusspfiff besiegelte den 1:1-Endstand.

Ein etwas holpriger Start in diese starke Liga also, der unter anderem durch die leicht lädierte Physis des Teams bedingt ist. Zudem konnte Scalas C1 die Chancenüberlegenheit nicht in Tore umwandeln, und die Gegnerinnen von Altona haben die Begegnung mit der defensiven Taktik und den gefährlichen Kontern geschickt zu Ende gespielt.

Es bleibt also herausfordernd für Scalas Trainerteam: Einerseits wird in den nächsten Trainings ein wenig aufzuarbeiten sein, andererseits könnte es empfehlenswert sein, die Belastung an den derzeitigen körperlichen „Post-Coronapause-Zustand“ des Teams anzupassen. In zwei Wochen erwarten die Scala-Mädchen dann im zweiten Ligaspiel die C1-Mädchen vom HSV (29.08.2021 um 16 Uhr – Heimspiel auf dem Löns).