C1 – Zufrieden trotz Niederlage

Wenn es in der eigenen Liga eine Mannschaft gibt, gegen die man aus diversen Gründen quasi nicht gewinnen kann, dann muss sich das Team samt Trainern andere, ungewöhnlichere Ziele setzen. Der Vorschlag eines Vaters, zu Null zu spielen, mag auch noch etwas zu hoch gegriffen zu sein. Dennoch gab es noch verschiedene andere Möglichkeiten: Nicht zweistellig verlieren. Eine geringere Tordifferenz als im letzten Spiel. Mindestens ein Tor schießen gegen eine Mannschaft, die in den vorangegangenen sechs Spieltagen erst drei Gegentore zugelassen hat.
Auch an diesem siebten Spieltag gab es wieder einige Ausfälle zu beklagen, so dass sich insgesamt 13 Spielerinnen, angeleitet von Nele und Leon, auf den Weg nach Norderstedt zur beeindruckenden Anlage des HSV machten.
Der Anpfiff des durchaus unterhaltsam agierenden Schiris erfolgte bei schönstem Herbstwetter,  das aber vor allem auf einer Seite des Platzes zahlreiche Herbstlaub ließ allerdings Rutschgefahr befürchten. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst zur frühen Stunde erstmal etwas ab, doch bereits in der siebten Minute stand es 1:0 für die Hausherrinnen. Ein früher Rückstand, doch Scala zeigte von Beginn an gute Ansätze, um gegenzuhalten: Zunächst versuchten es die Alstertalerinnen über Lahja, Malak und Lina, doch der Schiedsrichter hatte eine Abseitsstellung erkannt, und auch der nächste Angriff über Sophia führte nicht zum Abschluss. Und so fiel mit etwas Pech dann auch das 2:0. Trotzdem ließen sich die Mädchen nicht hinten rein drängen; Malak rannte flink wie ein Wiesel zwischen der gegnerischen Abwehr hin und her, und auch über Greta, Finni, Romy und Lina liefen immer wieder Angriffe. Scala fand somit wieder besser in das Spiel. Und während Leon noch lautstark einen langen Ball forderte, hatte Lahja diesen bereits druckvoll auf Greta gespielt, die mit einem schönen hohen Schuss den Anschlusstreffer erzielte – 2:1. Scala konnte also diesen spielstarken Gegner durchaus unter Druck setzen. Doch die zwar seltener gewordenen Angriffe der HSVerinnen waren trotzdem überaus effektiv, so dass diese vor der Halbzeit noch zweimal erfolgreich waren. Es ging deshalb mit einem 4:1 – bzw. aus Sicht von Scala 1:4 – in die Pause.
Nichtsdestotrotz war ein Ziel, nämlich das eigene Tor, bereits erreicht. Und mit der Einstellung, mit der die Mädchen diese erste Halbzeit gespielt hatten, lagen auch noch weitere Ziele in Griffweite.
Der HSV war auch mit Beginn der zweiten Halbzeit sofort wieder im Vorwärtsgang, doch Scala versuchte sich den Angriffen weiter eisern entgegen zu stemmen. Nicht nur die Außenverteidigerinnen Sara und Rebecca spulten ein immenses Laufpensum ab, um die Angriffe der Gegnerinnen zu stören, auch Melina fügte sich kämpferisch sofort ein. Wiederholt kam Scala in die gegnerische Hälfte, doch nicht immer druckvoll genug – und im Gegenzug rollte schon die nächste Angriffswelle an: Den Schuss entschärfte Torfrau Judith aber in Ulli-Stein-Manier mit einer Hand! Anschließend ließen die Mädchen den HSV aber zu leicht durch die Mitte, das Resultat war das 5:1. Nun wurde es auch noch mehr als unglücklich: Lucie wurde versehentlich vom Ball direkt ins Gesicht getroffen, doch wie ein Boxer im Ring stand sie wieder auf, lächelte den Treffer scheinbar einfach weg. Unsere Antreiberin Lucie hatte offensichtlich so viel Adrenalin im Blut, dass die Auswirkungen dieses Unglücks erst nach Abpfiff so deutlich zu Tage traten und sie sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Auch hier nochmal ein herzliches „Gute Besserung“! Bei Scala ließ die Kraft langsam nach, und der HSV hat eben einen guten Abschluss, so dass den Gegnerinnen noch zwei weitere Tore gelangen. Die Väter waren sich einig: Nun nahm auch Scala nach einem starken Spiel einen Gang raus – Romy klärte noch einmal lässig an der Torauslinie, bevor der Schiedsrichter das Spiel beendete.
Mit diesem 1:7 aus Sicht von Scala waren auch zwei weitere Ziele erreicht, vor allem die geringere Tordifferenz zum letzten Spiel. Zudem gelang Scala damit neben dem bisher zweitbesten auch das bisher beste Ergebnis in dieser Oberliga-Saison gegen den Tabellenführer. Möglich wurde dies durch eine tolle kämpferische Einstellung, die auch zu einem deutlich höheren Spielanteil führte. Die Mädchen sollten sich also an dem Ergebnis nicht stören, sondern vielmehr die positiven Aspekte dieses Spiels betrachten und – hoffentlich zahlreich – mit einer ähnlichen Haltung in das nächste Spiel gegen den ETV gehen (Sonntag, 07.11.2021, 16 Uhr, Heimspiel auf dem Löns).