Déjà-vu für die C1 beim ETV…

… oder auch der Fluch der zweiten Halbzeit. Punktspiele sind bekanntlich in dieser Saison für die C1 nur spärlich gesät, doch nach den wohlverdienten Frühjahrsferien stand endlich mal wieder eins an – und dann gleich der Klassiker gegen die Kickbees aus Eimsbüttel. Doch der frühe Termin nach den Ferien bescherte dem Trainerteam ein weiteres „Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Erlebnis“: Bei manchen Spielerinnen war anscheinend das eine oder andere Virus im Reisegepäck, so dass es wieder einige Absagen hagelte. Aufgrund der für ein Oberliga-Team eher kleinen Kaderstärke ist dies für Scalas C1 nicht immer problemlos zu kompensieren – die Kickbees dagegen konnten sich auf die Unterstützung von mehreren eingespielten B-Mädchen verlassen, hier zeigt sich dann die deutlich größere Mädchensparte des Eimsbüttler Vereins. 

 

Doch davon wollte sich Scala eigentlich nicht unterkriegen lassen. Zum einen hatten sie das starke Spiel gegen den Spitzenreiter im Rücken, und zusätzlich konnte das zweite Spiel gegen die Kickbees mit 5:0 gewonnen werden. Aber – Achtung Spoiler – dieses dritte Spiel gegen die rot-weißen Mädels geriet wie das erste: Auf eine ausgeglichene erste Halbzeit folgte eine durchaus eher mangelhafte zweite Hälfte.

Vor Torfrau Judith fand sich zunächst die im vorherigen Spiel starke Defensivabteilung aus Jojo, Lahja, Sara, Rebecca und Raphy zusammen, um sich der spielstarken Eimsbüttler Offensive entgegenzustellen. Diese wurde jedoch bereits in der dritten Minute überrumpelt, 1:0 für die Kickbees. Kimberly und Greta versuchten jedoch, den Ball im Mittelfeld festzumachen, und ein Schuss Gretas schlug in die Maschen zum 1:1 ein. In der ersten Halbzeit ging es also hin- und her, und der Spielstand folgte diesem Muster – 2:1 für den ETV, doch wieder antwortete Scala: Nach Raphys Lattenkracher konnte Malak sehenswert volley abstauben, 2:2. Nun konnte Scala sogar einmal – und leider auch zum letzten Mal in diesem Spiel – in Führung gehen, denn nach einer präzisen Hereingabe von Sophia stand Malak dieses Mal per Kopf parat. Aber noch vor dem Halbzeitpfiff glichen die Kickbees wieder aus, so dass es mit diesem 3:3 in die Pause ging. Dennoch war die erste Halbzeit über weite Strecken vor allem spielerisch sehr ansehlich.

Dieser Gleichstand bedeutete für Scala sogar eine etwas bessere Position als im ersten Aufeinandertreffen, bei dem die Kickbees mit einem Tor Vorsprung in die Pause gehen konnten. Doch wer jetzt dachte, dass sich dies positiv auf die Mentalität von Scalas C1 auswirken würde, sah sich getäuscht. Statt auf diese befriedigende Leistung aufzubauen, fiel das Team analog zur ersten Partie eher auseinander. Da beide Torfrauen spielbereit waren, durfte selbstverständlich Hanna in Hälfte zwei statt Judith das Tor hüten, konnte aber letztendlich als Schlussfrau nicht mehr viel ausbügeln. Durch weitere Ausfälle mussten Nele und Leon notgedrungen noch mehr umstellen, Maja hatte im Spielverlauf ebenso die Position zu wechseln wie sich Julia und Lina verschiedentlich einfügen mussten. Viele Spielerinnen konnten dementsprechend diesmal auch aufgrund der ungewohnten Positionen nicht ihre volle Spielstärke entfalten. Im Gegenteil: Scala fand nun nicht mehr ins Spiel und ließ sich Szene um Szene überrumpeln, offenbarte große Lücken und ließ den Zug zum Ball vermissen. Auch die Anhängerschaft fühlte sich in den September letzen Jahres zurück versetzt, als nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte am Ende wieder neun Gegentore im Spielbericht standen.
Unsere Freunde aus Eimsbüttel konnten damit nun schon die verdiente Vizemeisterschaft bejubeln. Beide Teams haben in der Vergangenheit schon viele gemeinsame Schlachten geschlagen, und oft hatten die Scala-Mädchen dabei die berühmte Nasenspitze vorn. Nun haben die Kickbees eine starke Saison vorgelegt, so dass Scala zur Vizemeisterschaft herzlichst gratuliert! Jetzt heißt es für die Eimsbüttlerinnen, nächste Woche dem uneinholbaren Tabellenführer zumindest mal ein Bein zu stellen 😉
Die C1 von Scala muss sich dagegen wiederholt schütteln und weiterhin versuchen, den nicht ganz einfachen Spagat zwischen anspruchsvollem Fußball in Hamburgs höchster Spielklasse und dem Spaß an der Freude und auch der Freizeit zu optimieren. Der starke und freundschaftliche Zusammenhalt in diesem Team sollte eine tragfähige Basis hierfür sein, zudem kann die Entwicklung in den nächsten Wochen in Freundschaftsspielen und Turnieren weiter fortgesetzt werden: Bereits nächsten Samstag geht es für die Mädchen zum Testkick in die Hauptstadt – die Mädchen von Union Berlin warten auf Scalas C1!
P.S. Lobend erwähnt werden muss natürlich auch noch die vorbildliche Pflichterfüllung von Michael, der – entgegen erster Aussagen, sein Gedächtnis hätte nicht ausreichend gearbeitet und die Erfüllung ebenjener Backkünste erfolgreich verdrängt – doch durchaus leckeren Kuchen serviert hat! Nun gilt: Freiwillige Väter vor für das nächste Punktspiel am 24.04! Vorbereitungszeit ist also genug 🙂