C1 – das war die Oberliga-Saison 2021/2022

Ein letztes Heimspiel in dieser doch merkwürdigen Oberliga-Saison stand noch an, zum dritten Mal sollte es gegen die Mädchen vom Harburger TB gehen. Zum dritten Mal? Genau, denn in der C-Mädchen-Oberliga waren nur so wenige Mannschaften gemeldet, dass gleich dreimal gegen den gleichen Gegner gespielt wurde. Zu Beginn der Saison waren noch die Deerns von Altona 93 mit dabei, die ihr Team aber im Laufe der Saison zurückgezogen haben. Dafür sind die Mädchen von Pinneberg mit eingestiegen, zudem hatten die Kickbees vom ETV und eben die Harburgerinnen gemeldet. Mit den Rothosen aus Norderstedt standen quasi bereits schon zu Beginn die späteren Meisterinnen fest, sodass es im Laufe der Saison nur darum ging, die weiteren Plätze auszuspielen.

Scala selbst musste sich zu Beginn der Saison erst finden, zudem gab es bereits im Vorfeld, aber auch am Anfang der Saison noch Abgänge, so dass der Kader für diese anspruchsvolle Saison grundsätzlich etwas zu klein war. Dies sollte sich gerade in Zeiten von Corona und den dazugehörigen Impfungen noch als Nachteil herausstellen. Konnten andere Teams ihren Kader vereinsintern spontan oder auch dauerhaft verstärken, so hatte Scala diese Möglichkeiten nur in sehr geringem Maße. Nur in einem von den 14 Punktspielen konnte das Trainerteam auf vier Auswechselspielerinnen zurückgreifen; in vier Spielen stand gar nur eine Auswechselspielerin zur Verfügung, und in dreien davon war dies die zweite Torfrau. Ein Spiel musste aufgrund der fehlenden Wechselmöglichkeit sogar mit zehn Spielerinnen beendet werden.

Stotternd also in die Saison gestartet, konnten die Mädchen erst im damals fünften Punktspiel gegen Harburg den ersten Dreier landen, waren dann aber in der Spur und konnten mit Siegen gegen den ETV oder auch Pinneberg nachlegen. Den späteren Meisterinnen haben sie anschließend fast einen Punkt abringen können; doch danach machte sich wieder einmal der kleine Kader und auch die großen Lücken zwischen den Punktspielen bemerkbar – lediglich gegen Pinneberg konnte noch ein deutlicher Sieg errungen werden.

Doch die großen Abstände zwischen den einzelnen Punktspielen hatten auch ihre Vorteile: Das Trainerteam konnte diese mit vielen Freundschaftsspielen und einem Turnier füllen – vor allem das B-Mädchen-Turnier gegen die Rauten, St. Pauli und die C-Mädchen von Borussia Mönchengladbach hat die Mädchen gut gefordert. Und auch das Auswärtsspiel neben der alten Försterei in Berlin gegen die C-Mädchen von Union Berlin wird den Mädchen nicht nur wegen der Fahrt, sondern vor allem auch wegen des stark erspielten 3:0-Sieges in Erinnerung bleiben!

Das letzte Punktspiel gegen Harburg ist nun auch schnell erzählt: Wieder konnte das Trainerteam nur zwölf Mädchen aufstellen, davon waren zwei die beiden Torhüterinnen. Harburg dagegen hatte sich scheinbar im Laufe der Saison verstärken können und trat mit einem großen Kader an. Bei warmen Temperaturen ließen sich die Scala-Mädchen schnell unter Druck setzen und hatten vielleicht auch noch den Ausgang des letzten Aufeinandertreffens im Kopf, als zwei Rettungswagen und sogar ein Rettungshubschrauber die Scala-Mädchen versorgen mussten. Wie dem auch sei, Harburg ging mit 2:0 in Führung, und so sah es schon zur Halbzeit nach einem deutlichen Sieg der Gäste aus. Doch Scala ließ sich nicht gehen und versuchte auch der durchaus robusten Gangart der Gegnerinnen alles entgegenzusetzen, so dass sie zum 2:2 aufholen konnten. Damit war wieder alles offen, um mit einem weiteren Tor vielleicht doch noch den dritten Platz zu erreichen. Harburg allerdings brachte immer wieder frische Kräfte, und kein Scala-Mädchen konnte sich bei den Temperaturen erholen, da alle durchspielen mussten – so kam es, wie es kommen musste, Harburg machte noch das 3:2. Die Scala-Mädels sollten trotzdem stolz auf das Erreichte sein – nicht nur auf dieses kämpferisch geführte Spiel, sondern auch auf die Leistung und die Entwicklung der Mannschaft in dieser besonderen Oberliga-Saison:

Finnis durchgehende Punktspielbeteiligung wurde nur durch eine Verletzung ausgebremst genauso wie die unserer Dribbelkünstlerin Greta, die die letzten Spiele aufgrund von Schüleraustausch und familiären Verpflichtungen verpasste. Hanna durfte etliche Glanzparaden zeigen und musste auch als Feldspielerin ran, während unsere wackere Abwehrreckin Jojo des Öfteren unsanft von den Beinen geholt wurde und Blessuren auskurieren musste. Drohte der Kader zu klein zu werden, war Julia zur Stelle – und Kimberly verstärkte den Kader gleich dauerhaft aus der C2 heraus und wurde zur Einpeitscherin. Auch unsere souveräne Schlussfrau Judith zeigte nicht nur im Tor, sondern auch bei Not an der Frau als Feldspielerin ihr Können, hatte jedoch zumeist in der routinierten Abwehr Lahja vor sich, die alle Punkt- und Freundschaftseinzelspiele in dieser Saison zur Verfügung stand. Leider lässt Lina ihr aussergewöhnliches Talent erstmal zum Saisonende ruhen – nicht nur ihr Hattrick gegen Harburg macht deutlich, dass man eigentlich unschwer auf solch eine Fussballerin verzichten möchte. Auch Lucie musste mal angeschlagen passen, war sie aber auf dem Feld, gab sie dem Spiel defensive Stabilität oder trieb es als Mittelfeldmotor an; oft gelangten die Bälle dann zu Maja, die auch gern mal drei Tore in einem Spiel machen konnte. Vor allem nach Ecken war sie stehts gefährlich. Ansonsten spielte unsere wendigste Dribblerin Malak die gegnerische Abwehr schwindelig, und unser Neuzugang Raphy avancierte gleich zur Bomberin der Mannschaft, die kaum aufzuhalten ist. Rebecca bildet mit ihrer Schwester zusammen das defensive Zwillingsbollwerk; Riley wurde unter anderem durch eine langwierige Verletzung an der Defensivarbeit gehindert, aber nicht am Supporten der Mannschaft: Lautstark feuerte sie das Team an, in dem unsere Jüngste, Romy, die Schaltzentrale im Mittelfeld ist und die Bälle verteilt. Sara verfeinerte an Platz 1 der Trainingsbeteiligung vor Lahja, Judith und Sophia ihre defensiven Qualitäten, mit denen sie seelenruhig die Bälle abfängt und Sophia – als zweites Mädchen bei allen Punktspielen dabei – nutze diese Bälle als Flügelflitzerin und sprintete damit unermüdlich wieder und wieder in die Spitze – und wenn daraus kein Tor entstand, hämmerte sie eben einen Freistoß ins Netz.

Diese Mädchen bilden eine eingeschworene Truppe, in der das Team im Vordergrund steht und die sich mit Spaß und Freundschaft stetig weiterentwickeln. Ohne das Trainerteam Nele und Leon allerdings wäre das so nicht möglich: Sie gehen diesen Weg mit ihren Mädels – haben gelacht, dirigiert, angetrieben, kritisiert, getröstet, gezweifelt, gejubelt – vor allem aber sind sie mit ihrer emphatischen Art immer für die Mädels da und leben den Fußball!

Die Pflicht in dieser emotionalen Saison ist getan. Jetzt aber folgt die Kür: Zunächst geht es für die C1 von Scala über Pfingsten nach Dänemark zum international besetzten Haderslev-Cup, zwischendurch warten eventuell noch weitere Testspiele und Anfang Juli geht es zum internationalen Girls-Cup nach Bremen – habt Spaß, Mädels!